Visuelle Kommunikation - Die Macht der Bilder Teil 2

Wahrnehmung von Bildinformationen

Die Wahrnehmung von Bildinformationen ist im Zeitalter der "Informationsflut" besonders wichtig. Denn Wahrnehmung ist die Grundvoraussetzung und damit der Schlüssel für jede weitere Verarbeitung von medialen Inhalten. 

Deshalb gilt der Merksatz: „Was überhaupt nicht wahrgenommen wird, kann vom Gehirn nicht weiter verarbeitet werden.“

Für ein Verständnis der visuellen Wahrnehmung ist der Vorgang der Umsetzung dieser Information von Bedeutung. Hier stellt sich die Frage, ob die Fähigkeit des Menschen, seine Umwelt geordnet wahrzunehmen, angeboren ist oder ob sie erlernt werden muss. 

Weiter stellt sich die Frage, ob für das wahrgenommene Bild allein die von außen einwirkenden Sinneseindrücke verantwortlich sind oder ob das Gehirn diese Reize durch Anwendung eigener Ordnungsprinzipien in ein wahrnehmbares Bild umsetzt. 

Eine eindeutige Beantwortung dieser Fragen ist kaum möglich. Klar ist aber, dass das Gehirn nicht in der Lage ist, die gesamte visuelle Information des Sehfeldes zu verarbeiten. Es wird wahrgenommen, was von Interesse ist, das ergibt sich aus der jeweiligen Aktivität und dem Interessenfeld des Wahrnehmenden. 

Wie macht sich gute Gestaltung dies also zu Nutze? Detailaufnahmen zur Hervorhebung des Besonderen, Horizontalformate und Vertikalformate zur Schaffung von Kontrasten, das "etwas außergewöhnliche Bild", um einen perfekten Blick auf das vorgestellte Thema zu werfen, aber auch Farben können verschiedene Gefühle auslösen. Ein rundes, ovales oder achteckiges Bild ist ein Eyecatcher, es erreicht mehr Aufmerksamkeit, weil es ungewöhnlich ist. Wenn das Motiv oder die bildlich-gestalterische Absicht mit der gewählten Form übereinstimmt, wird das Bild beim Betrachter gut ankommen.

Eine gute Bildkommunikation ist dann erfolgreich, wenn der Betrachter anhand von Präsenzsignalen versteht, worum es geht, ohne die gesamte Werbebotschaft wahrnehmen zu müssen. Das kann z.B. durch ein Logo, einen Schriftzug oder etwas Ähnliches geschehen.

Bildsprache- Die Strategie

Bilder haben die besondere Ausdruckskraft, ein Unternehmen bekannter zu machen und von Wettbewerbern abzuheben. Dafür ist es wichtig, die Bilder gut überlegt und zur Zielgruppe passend auszuwählen – die Bilder sollen ja Wirkung erzeugen. 

Bilder besitzen eine Reihe von Eigenschaften wie einfache Kommunikation, emotionale Wirkung, hoher Wiedererkennungswert und gesteigerte Glaubwürdigkeit.

Um eine optimale Bildauswahl treffen zu können, sollte eine Bildkommunikationsstrategie entwickelt und aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang müssen klare und schlüssige Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:

  • Wer kommuniziert?
  • Wem soll das Bild gezeigt werden?
  • Was für ein Bild soll genau kommuniziert werden?
  • Welche Markenwerte sollen bei der Zielgruppe unbedingt ankommen?
  • Wie werden die Aspekte der Marke durch Bilder kommuniziert?
  • Wo soll das Bild kommuniziert werden - lokal, regional, überregional, global?
  • Wann soll die Kommunikation des Bildes stattfinden?

Wichtige Aspekte für eine gute Bildsprache:

  • Ordnung hilft dem Betrachterm die Aussagen besser zu erkennen.
  • Klarheit erleichtert den Darstellungsprozess, so gilt hier der Grundsatz: "Weniger ist mehr".
  • Bilder im Querformat kann unser Auge besser wahrnehmen.
  • Man sollte außerdem möglichst wenige Farben verwenden, am besten konzentriert man sich auf die eigenen Firmenfarben.
  • Gute Bildsprache bedeutet auch eine entsprechende Präsentation. Das heißt, wie man die Bilder insziniert und wo die Bilder zu finden sind, hat großen Einfluss auf den Erfolg.
  • Die Inszenierung von Bildern gelingt dauerhaft und professionell am besten mit einem dafür geschaffenen Programm, dass die oben erwähnten Aspekte wie Ordnung und Klarheit verbindet.
  • Mit einer gut inszinierten Bildsprache werden Wünsche und Erwartungen des Empfängers der Botschaft erfüllt und neue Trends werden geboren.

Fazit

Der Einfluss der visuellen Kommunikation auf die Gestaltung von Produktinformationen oder Websites wird weiter zunehmen. Mit visueller Kommunikation wird die Persönlichkeit einer Marke in Bezug auf das Unternehmen sichtbar gemacht. Bilder transportieren Emotionen, die unser Unterbewusstsein ansprechen. Es ist eine hohe Kunst, schöne Geschichten in aussagekräftigen Bildern zu präsentieren, die den Markenkern unterstützen und positionieren.

Wahrnehmung erstreckt sich nicht nur auf das Reale, was uns umgibt. Wir sind in der Lage, uns auch Dinge, die wir nicht physisch sehen, bildlich vorzustellen und mit Hilfe unserer Vorstellung zu betrachten. Daher ist es gerade für Unternehmen wichtig, durch eine einprägsame Bildsprache zu kommunizieren, um im Gedächtnis der Kunden zu bleiben.

Bilder inspirieren. Bildern kommunizieren. Bilder haben Macht.