Visuelle Kommunikation - Die Macht der Bilder Teil 1

„Ein Bild ist weit nützlicher als tausend Worte.“

Aus China

Bildsprache und Onlinemedien

Bilder und Onlinemedien sind nicht mehr voneinander zu trennen. Bilder erzeugen Emotionen und wecken Wünsche, sie begeistern, faszinieren und beeindrucken, aber sie können auch das Gegenteil verursachen. Die Unternehmenskommunikation nutzt ganz gezielt Bilder, denn Bilder visualisieren in der Kommunikation all das, was wir über die Augen aufnehmen und verarbeiten. Wir schließen die Augen und schon stellen wir uns im Geiste ein Bild vor. Mit der visuellen Kommunikation werden Gefühle und Sinne angesprochen und dabei sind die Augen unsere Sensoren / Empfänger, mit denen Zeichensprache, Bilder, Zeichnungen, Skulpturen und Lichteffekte besser und intensiver wahrgenommen werden können als geschriebener Text.

Bildsprache und Werbung für Unternehmen bedeutet die Zusammenstellung aussagekräftiger Bilder. Dieses hat einen einfachen Grund: Forschungen belegen, dass das Gehirn überwiegend auf emotionale Werbung reagiert. Und Emotionen werden vornehmlich von Reizen hervorgerufen, die die rechte Gehirnhälfte ansprechen. Darunter fallen insbesondere auch nicht-sprachliche Reize, wie zum Beispiel Bilder. Des Weiteren werden Bilder als sehr glaubwürdig empfunden, da sie die Wirklichkeit abbilden, bzw. abzubilden scheinen. Alle diese Punkte spielen eine wichtige Rolle für die Werbung. Besonders wichtig: Die durch Bilder vermittelten Emotionen sollten dem Image des Unternehmens entsprechen.

Definition Visuelle Kommunikation

Der Mensch denkt, träumt, redet und erinnert sich in Bildern. Zahlreiche Studien beweisen, wie wichtig der berühmte erste Eindruck ist. Eine bekannte Studie des Max Planck Instituts für Wirtschaft hat herausgefunden, dass bereits 150 Millisekunden ausreichend sind, um im Kopf unbewusst einen ersten Eindruck vom Gegenüber zu manifestieren. 

Etwa 80 Prozent aller Informationen nehmen wir über die Augen wahr. Bilder erfassen wir schneller als andere Information und für unser Unterbewusstsein spielt es keine Rolle, ob das Bild realistisch ist oder nicht. Außerdem haben wir Menschen die Fähigkeit, uns hervorragend an die bereits gesehenen Bilder zu erinnern und um diese in unserem Kopf abzurufen. Auch wenn wir uns also von einem Bild eigentlich gar nicht beeindrucken lassen wollen, hat unser Unterbewusstsein einen ersten Eindruck gespeichert. 

Den ersten Eindruck erhalten wir dadurch, dass wir visuell kommunizieren. Visualisierte Kommunikation meint dabei alles, was ohne Worte auskommt. Also alles Gemalte und Gezeichnete, Fotografien, Drucke oder Filme, kommunizieren durch Bilder. Mit jedem Wimpernschlag entstehen neue Bilder auf unserer Netzhaut. Wir nehmen Farben und Dinge wahr und erzeugen in unserem Gedächtnis ein neues Bild. 

Der Begriff visuelle Kommunikation setzt sich aus den Begriffen schauen und sprechen zusammen. Bilder werden über die Wahrnehmung der Augen aufgenommen. Es ist aber neben dem Anschauen eines Bildes auch möglich, sich basierend auf einer Beschreibung ein Bild vorzustellen. Mit visueller Kommunikation sollen die Gefühle und die Sinne angesprochen werden. Visuelle Kommunikation wird besonders auch in der Werbung benutzt. Dabei geht es darum, den Augen etwas zu vermitteln und durch die Augen eine Wahrnehmung zu erzeugen. 

Bilder erfüllen dabei eine zentrale Funktion. Sie übermitteln inhaltliche Botschaften oder begleitet diese wie ein gut dekorierter Blumenstrauß. Im besten Fall erfüllt das Bild beide Funktionen gleichzeitig.

Im ersten Teil zeigen wir, warum visuelle Kommunikation funktioniert und warum sie so wichtig für Unternehmen ist.

1. Ein Bild sagt mehr 1000 Worte

Eine besondere Funktion in der Kommunikation übernimmt die Bebilderung von Angeboten. Bilder wecken Aufmerksamkeit und laden zum Handeln ein, sie machen neugierig und erzeugen Vorfreude. Sie haben eine besondere Sprache, nämlich eine der wirkungvollsten Formen der Kommunikation. Oft rufen Bilder Emotionen und Wünsche hervor und tragen so maßgeblich zu Kaufentscheidungen bei.

2. Emotionen in der visuellen Kommunikation

Bilder haben ein großes Emotionalisierungspotenzial. Beim Durchblättern einer Zeitschrift fallen zu aller erst die Bilder ins Auge. Wir betrachten anfangs die Bilder, danach den Begleittext. Dafür ist eine emotionale Wahrnehmung unseres Gehirns zuständig, die auch als nichtverbale Kommunikation bezeichnet wird. Alles Visuelle ohne Worte, was man mit dem Auge wahrnimmt, erzeugt also Emotionen.

Schlussfolgerung daraus: Bilder sind heutzutage Schlüsselelemente, d.h. wir schauen uns erst ein Bild an, danach die Bildbeschreibung und erst dann entscheiden wir uns, ob wir den Text überhaupt weiterlesen.

3. Was zeigt ein Bild? Die Rolle des Bildes für die Kommunikation

Eine sprachunabhängige Verständigung erfolgt häufig durch Bilder und bildähnliche Darstellungen.

Bilder haben das Potenzial, den Sinn und die Bedeutung von Bildinhalten direkt und im Moment der Betrachtung zu vermitteln. Ein gutes Bild hat so viel Kraft und emotionale Wirkung wie kein anderes Mittel. Die Bildsprache ist zwar nicht universell und kann sich im Laufe der Zeit verändern, aber unverändert bleibt die starke Wirkung auf unser Unterbewusstsein. Gute Bilder sind ästhetisch, sie erzählen Geschichten, führen zu schönen Assoziationen und berühren emotional.

Daher strukturieren gut ausgewählte Bilder die Seiten von Zeitungen. Sie helfen dem Leser dabei, sich schnell zu orientieren und erzeugen als Eyecatcher Interesse für den jeweiligen Artikel. Eine gute Kombination von aussagekräftigem Bild und interessant aufbereiteten Informationen kann somit einen so genannten "goldenen Mittelweg" in der Kommunikation schaffen.

4. Visuelle Kommunikation ist mehr als Corporate Design/Communication

Die Bildsprache vereint verschiedene Medien zu einem Ganzen und dazu gehören aussagekräftige Fotografien, Motive, Illustrationen oder Symbole. Mit deren Hilfe werden Schlüsselbilder (key visuals) zusammengestellt, die bezeichnend sind für die Persönlichkeit oder den Kern von Unternehmen stehen.

Wichtig ist dabei, die Bilder so zu gestalten, dass sie ins Auge fallen. Die einzelnen Bildelemente werden in Broschüren, auf Verpackungen und Websites als effektives Kommunikationsmittel verwendet.

Als Imageträger transportieren Bilder Geschäftsideen, Visionen, Philosophien, Kompetenzen oder Alleinstellungsmerkmale. Attraktive Farb- und Formgebung fasziniert und spricht den Verbraucher emotional an. Ziel dabei ist es, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, denn das Corporate Design bildet oftmals den ersten und zugleich einzigen Berührungspunkt mit Unternehmen oder Marken.

Bilder hinterlassen besonders leicht einen starken und bleibenden Eindruck in den Köpfen der Menschen, das gilt auch für Logos und Schriftzüge mit hohem Wiedererkennungswert, wie z.B. McDonalds und Milka, sind hochpräsent in den Köpfen der Verbraucher. Aber auch Verkehrsschilder und Ampeln sind Beispiele für einprägsame visuelle Kommunikation. 

Daher ist es für Unternehmen wichtig, eine konsequente Bildsprache zu entwickeln und diese genau zu prüfen, denn eine negative oder falsche Aussage durch ein Bild wird nämlich genauso schnell verbreitet wie eine gewünschte Aussage des Bildes.

Ausblick

Im nächsten Teil dieser Serie beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Regeln für gute Bildsprache.