Urheberrecht im Zeitalter der Digitalisierung

Das Zeitalter der Digitalisierung ist für das Urheberrecht eine große Herausforderung. Werke und Wissen sind in der heutigen Zeit leichter und schneller verfügbar, als das noch vor 10 Jahren der Fall war.

Was als ein Werk des Urheberrechts bezeichnet werden kann, bestimmt nicht sein Schöpfer

Welches Werk urheberrechtlich geschützt werden kann entscheidet selten der Schöpfer selbst, in der Regel befinden andere Werke für urheberrechtlich relevant. Damit Willkür aber ausgeschlossen werden kann, gibt es das Urheberrecht mit seinen gesetzlichen Bestimmungen.

Seit 1965 ist das Urheberrecht rechtsgültig

Im September 1965 wurde das Urheberrechtsgesetz rechtsgültig.  Das Gesetz § 1 UrhG schützt Werke der Literatur, Wissenschaft und der Kunst; Ideen sind nicht geschützt. Das Gesetz regelt z.B. wem die Urheberrechte nach dem Versterben eines Urhebers übertragen werden und wer Inhaber des Urheberrechtes bei Auftragsarbeiten ist bzw. bleibt.

Für jedes Land gilt ein anderes Gesetz. Allerdings gibt es eine gemeinsame Übereinkunft von insgesamt 151 Ländern. Das deutsche Urheberrechtsgesetz gilt auf deutschem Staatsgebiet und schützt alle Werke die in Deutschland entstanden sind. Zusätzlich gibt es eine Übereinkunft der 151 Länder die den Vertrag der World Trade Organisation - kurz WTO - unterzeichnet haben. Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen wurde 1994 um einen Punkt erweitert. "Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights" - zu deutsch: Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums.

Urheberrecht gilt ab der Erstellung eines Werkes

Das Urheberrecht schützt das geistige Eigentum des Schöpfers. Das Gesetz schützt den Urheber vor wirtschaftlicher Ausbeutung und Nachahmung. Es stellt sich nun die Frage: Was ist überhaupt ein Werk? § 2 UrhG nennt beispielhaft geschützte Werke, die Aufzählung lässt viel Raum für Kreativität auch und gerade für schutzwürdige Werke aus dem digitalen Zeitalter. Dazu zählen vor Allem Werke aus den Bereichen Softwareentwicklung, Computeranimation und Multimediaproduktion im Kontext mit § 1 UrhG.

Generell ist ein Werk, ein Werk der Kunst

Das heißt, dass ein Werk eine menschliche und gestalterische Tätigkeit und eine persönliche geistige Schöpfung ist. Ein Werk muss mit den menschlichen Sinnen wahrnehmbar sein, also man muss es z.B. hören, sehen oder fühlen können. Ob es sich um ein Werk handelt oder nicht, ist abhängig von jeweiligen gesetzlichen Regelungen und Interpretationen in einem Land. Deutschland hat ein anderes Gesetz als Österreich. Aber Deutschland und Österreich gehören zu einer gemeinsamen Rechtsfamilie. Diese weisen gemeinsame Rechtsstile und eine gemeinsame Rechtskultur auf. Wenn man Werke in Gruppen unterteilen möchte, dann gibt es die Sprachwerke wie Romane, Gedichte oder Reden. Die Fotografie ist die zweite Gruppe. Die letzte Gruppe umfasst z.B. PC Programme.

Im Urheberrecht gibt es Werke, die geschützt werden und welche die nicht geschützt werden

Ob ein Werk geschützt wird oder nicht hängt u.a. von dem jeweiligen Urheberrecht ab. In Deutschland sind z.B. Sprachfloskeln oder Gesetzestexte urheberrechtlich nicht geschützt, genau so wie Hinweisschilder, Ideen und Notizen. Besonders wichtig für Unternehmen sind nicht geschützte Zufallsprodukte. Naturbehandelte Produkte sowie Werke von Tieren und Computern sind ebenfalls nicht geschützt. Geschützt sind dagegen Werke der Wissenschaft, Literatur und Kunst. Im Bereich Medien gilt Software als Werk der Literatur und ist somit geschützt. Außerdem sind Multimediaprodukte und Computeranimationen ebenfalls urheberrechtlich geschützt, diese werden als bildende Kunst aufgefasst.

Fazit:

Wenn jemand gegen das Urheberrecht verstößt, hat das weitreichende Konsequenzen. Durch die Urheberrechtsverletzung können Schadensersatzansprüche dem Urheber gegenüber entstehen. Außerdem kann es zu einer Abmahnung, einem Unterlassungsanspruch und zu Geld- und Haftstrafen führen. Deswegen ist das Einhalten des Urheberrechts so wichtig.

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